May 01, 2019
Wie schon Bob Dylan wusste: „The times they are a-changin‘“. Diese Weisheit trifft seit Jahren auf die Volleyballweibchen und seit gefühlt Jahrzehnten auf die gattungsgleichen Männchen des tresenwalder Einzugsgebiets zu. Liga rauf, Liga runter; Spieler kommen, Spieler gehen; Trainingsbeteiligung steigt, Trainingsbeteiligung sinkt. Doch manchmal sind die Änderungen spürbarer als sonst.

Ein kurzer Abriss der Ereignisse: Die Damen starteten nach dem erneuten Abstieg aus der Bezirksliga wie immer gut gelaunt in die wohlbekannte Bezirksklasse. Mit 1:3 gab es mal direkt im ersten Punktspiel eine eiskalte Dusche gegen die jungen Damen der L.E. Volleys mit Sonderspielrecht. Damit fand man sich, zusammen mit dem Mitabsteiger VSG Leipzig Nord in bester Gesellschaft, erst mal im unteren Bereich der Tabelle wieder. Die folgenden Heimspiele stabilisierte sich der wankende Kahn und es wurden glatte Siege eingefahren. Neuzugang Susann Lau erwies sich dabei als Glücksgriff und konnte sofort verletzungsbedingte Löcher stopfen. Mit nur einer weiteren (dafür aber auch krachenden) Niederlage bei VSG Leipzig Nord verweilte man in einer sehr ausgeglichenen Liga auf dem 1. Tabellenplatz, den man … so viel sei vorweggenommen … bis zum Saisonende nicht mehr hergeben sollte. Einen herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an den Tabellenzweiten Bad Düben, die als Aufsteiger einen glatten Durchmarsch hinlegten. Die zweite Saisonhälfte der Tresenwalderinnen wirkte zwar weniger souverän, aber ergebnistechnisch gab es nix zu meckern. Das für die Tabelle bedeutungslose letzte Punktspiel bei den Damen aus Reudnitz konnte somit entspannt angegangen werden. Zum Abschluss gab es hier noch mal ein rundes 3:1, bei dem auch Eigengewächs Nathalie Müller ihre ersten Spielminuten im grünen Trikot absolvieren durfte. In der über 10jährigen Historie der Tresenwalderinnen ist der Staffelsieg sogar ein absolutes Novum. Bei allen vorangegangenen Aufstiegen konnte man sich „nur“ als Tabellenzweiter qualifizieren. Doch die Zeiten ändern sich und man muss in der nächsten Saison sowohl auf den langjährigen Trainer als auch auf einige Spielerinnen verzichten. Das macht die kommenden Aufgaben sicher nicht leichter, kann aber auch den Raum schaffen um sich neu zu organisieren.

Dramatischer verlief die Saison bei den Herren. Nur ein Jahr nach dem freiwilligen Abstieg aus der Bezirksliga feierte man etwas überraschend den direkten Wiederaufstieg und konnte (nach einer Saison Abstinenz) auch auf die alten Haudegen Stefan Vieweg und Karsten Ceschia zählen. Dass eine schwierige Saison bevorstehen würde ahnte man wahrscheinlich bereits nach der Tie-Break Niederlage im ersten Spiel gegen die jungen Sonderspielrechtler der L.E. Volleys. Achtungserfolge feierte man danach trotzdem noch mit knappen Tie-Break-Niederlagen gegen die topplatzierten Brandiser und Delitzscher. Ein paar Verletzungen später spielten die Tresenwalder im letzten Heimspiel trotz allem noch um den Klassenerhalt. Dass man in diesen Spielen auf Stammzuspieler André Hofmann verzichten musste ist sicher nur ein Punkt für das Scheitern, aber eben kein unwichtiger. Viel schwerer als der verdiente Abstieg in die Bezirksklassigkeit bedroht aber das aktuelle „Spielersterben“ die Mannschaft. Abgänge haben die Tresenwalder schon öfter kompensieren müssen, aber noch nie war die Lage so brenzlig wie aktuell. Die Zeiten ändern sich und die übriggebliebenen Tresenwalder Volleyboys müssen gerade jetzt gehörig ackern und zeigen, dass sie gewillt sind den notwendigen Umbruch herbeizuführen.

(pw)