SV Tresenwald und die Halle des Schreckens

Es begab sich am 22. Tage des 4 Monats im Jahr des feurigen Hahns, dass sich die Tresenwalder Damen, in ansehnlicher Anzahl, am Ort des Grauens, nämlich der Sporthalle des Krostitzer SV, versammelten. Grauenhafte Erinnerung hängen an besagtem Fleck, denn der Schmerz über die verlorene Runde im Kampf um den begehrten Bezirkspokal stak noch immer tief. Nichtsdestotrotz wagten sich die Macherner erneut in die kleine, stickige Halle um den vermeintlich letzten Sieg der Saison einzuheimsen. Jedoch mussten sich die Damen gedulden, denn Spiel Nummer eins fochten die Gastgeber gegen den BBV Wurzen aus. Nach nicht allzu nervenaufreibenden 60 Minuten entschieden die Krostitzer Damen das Duell mit einem klaren 3:0 Sieg für sich. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die schiedsrichterlichen Höchstleistungen von Saskia Kolodziejczyk die sich munter auf dem Bock halten konnte, Hochachtung dafür! 

Kurz nach 13 Uhr ging es dann für die Mädels des SVT an den Ball, nach der üblichen Einspielerei schickte Neu- Trainerin Anne Just unter Einfluss des Alt- Trainers Paul Weise den Sechser bestehend aus Zuspiel- Anke, Außen- Sassi, Mitte- Franzi, Dia- Wendy, Außen- Jessi, Mitte- Selina und Libero- Carmen auf das Feld. Trotz Aufschlag der gegnerischen Seite ließ der erste Macherner Punkt nicht lange auf sich warten und Sassi landete die erste und einzige erwähnenswerte Aufschlagserie dieses erstens Satzes. Denn genau da lag das große Problem der Tresenwalder in diesem Match, die Aufschläge wollten einfach nicht klappen. Mit dem dritten Wechsel des Krostitzer SV begann das Anfang vom Ende: mit einem Acht- Punkte- Vorsprung schien der 3:0 Erfolg in weite Ferne gerückt zu sein, doch erstaunlicherweise fielen die Damen nicht in das altbekannte „Loch“ und kämpften sich immerhin auf einen Ausgleich beim Zählerstand von 24 heran. Die Psyche kann aber einiges zerstören und so ging der erste Satz mit 26:24 an die Gastgeber.
In Satz zwei sollten Katha im Zuspiel für Anke und Eva über Außen für Jessi das Ruder rumreißen. Durch mehrere schöne Angriffsaktionen von Eva „The Arm“ Böckmann wurde der Glaube der Mannschaft an einen Sieg wieder gestärkt. Trotz der auch in diesem Satz präsenten Fehlerquote ging dieser dennoch an den SVT vor allem dank der phänomenalen Aufschlagserie von Katha die 7 Bälle in das gegnerische Feld bumste – sie war anscheinend die einzige, die nicht vom „Tresenwalderaufschlagfluch“ betroffen war – was ein Glück!
Mit besserem Gefühl schickte Neu- Trainerin Anne Just in Satz drei, nun ganz ohne Unterstützung von Paul, Anke zurück aufs Feld um Katha´s Glücksarm für den Ernstfall zu schonen. Auch in dieser Runde musste nicht lange auf Punkt eins gewartet werden, dennoch ließ sich die spielerisch eigentlich stärkere Mannschaft von einer ersten Krostitzer Angabenserie zu sehr beeindrucken. Und als hätten wir es nicht geahnt, verhaute man auch in dieser Runde wieder viel zu viele Aufschläge und schenkte den Gegnern viel zu viele Punkte. Doch nicht nur dieses Problem war allgegenwärtig: auch die nicht allzu hohen Decken bereiteten den SVT Mädels Kopfzerbrechen, zu viele Annahmen wurden dagegen geschleudert. Auch die zu laschen Angriffe und unglücklich gelegte Bälle, aus denen man einfach nicht lernen wollte verhalfen den Gastgebern zum 2:1.
Mit hängenden Köpfchen wechselte man zum dritten Mal die Seite, doch Trainerin Anne hielt eine motivierende Ansprache und ein Hauch Heroik schwang im Schlachtruf „Sixpack Go wir machen sie K.O.“ mit. Katha wechselte erneut die Position mit Anke und Franzi durfte ebenfalls verschnaufen, denn Anne wagte sich nun doch noch auf das Feld. Der erste große Schock ließ nicht lang auf sich warten: am Aufschlag Katha, eigentlich eine sichere Nummer, aber anscheinend blieb sie vom Fluch doch nicht ganz verschont, denn wohin flog der erste Ball? Na klar! Ins Netz! Trotz hervorragender Aufstellung, änderte sich nicht viel. Neben vielen guten Aktionen und wachem Geist aller Beteiligten blieb der Krostitzer SV dicht auf den Fersen. Doch dann, gegen Ende der Partie, erschien ein winziges kleines Licht am Ende des Tunnels, beim Stand von 15:20 wechselt Katha auf Position eins und mit jedem knallharten Aufschlag und einem hochkonzentrierten Team wurde der Tunnel kürzer und das Licht heller. Die Macherner Mädels schafften den Ausgleich der Tiebreak war in greifbarer Nähe. Und  dann ein Fehler und Krostitz´ Chance auf den Sieg. Trotz zweiter taktisch klug genommener Auszeit reichte es nicht den Gastgeber in einen 5. Satz zu treiben.

Die sonst sehr ehrgeizigen Damen waren jedoch nicht allzu traurig über die Niederlage, denn der Aufstieg war sicher und die Feier zum Saisonabschluss war nah. Die Nachricht über das verlorene Spiel erreichte den ursprünglichen Trainer Paul ziemlich fix via Whatsapp. Anders als die Spielerinnen war der Herr der Damen nicht sehr amused. Doch Äußerungen wie „Ihr Pfeifen“ oder „Wir arbeiten das heutige Spiel später auf – mit Rohrstock“  konnten die Vorfreude auf den Abend nicht trüben. Ab 19 Uhr trudelten allesamt im Gerichshainer Heim von Katja ein um gemeinsam einen feuchtfröhlichen Abend zu verleben. Mit leckerer Pizza, Sekt, Wein und Bier (alles außer Ur- Krostitzer) wurde die vergangene Saison ausgewertet und die bevorstehende besprochen. Den krönenden Abschluss der Rede von Trainer Paul bildete die Offenbarung, dass er in der übernächsten Saison seine Verlobte Eva (bis dahin hoffentlich Ehefrau ;)) einpackt und die beiden ein Jahr lang die Welt erkunden. Das ganze Team wünscht den Beiden eine schöne Zeit und hofft von Herzen, dass beide wohlbehalten zu uns zurückkommen.

 

(J.G.)