Mit Taschenrechner und voller Mannschaftsliste in heimischer Halle zum Aufstiegskampf

Am vergangenen Samstag versammelten sich die Macherner Damen zum letzten Heimspieltag der Saison in der heimischen Halle. Schon im Vorfeld stellte Paul klar, dass nicht irgendwelche Gäste anreisen würden. Vielmehr werden sich alle drei Aufstiegskandidaten im Tresenwald zu einem direkten Duell treffen. Die Vorbereitung bestand nicht nur aus volleyballerischen Übungen, sondern auch aus zahlreichen was-wäre-wenn-Theorien und eifrigen Punkte hin und her Rechnungen.

Trainer Paul konnte auf eine (zu) volle Mannschaftsliste zurückgreifen. So musste vor dem ersten Spiel bereits die personelle Entscheidung getroffen werden welche von den angereisten 13 Kandidatinnen gegen den TSV nicht auflaufen wird. Keine leichte Entscheidung in Anbetracht der Wichtigkeit des Spiels. Noch einmal schnell den Taschenrechner gezückt, war nun das Ziel klar: nach dem ersten Spiel sollten 3 Punkte mehr auf dem Konto den Aufstieg bereits besiegelt haben.

Pünktlich 14.00 Uhr wurde das erste Aufsteigerduell angepfiffen. TSV oder Tresenwald, wer spielt nächste Saison in der Bezirksliga? Anne verschaffte den Gastgeberinnen gleich zum Beginn durch eine Sechs-Punkte-Aufschlagserie eine komfortable Führung. Die Macherner Damen zeigten über die ersten beiden Sätze ein wirklich sehenswertes Spiel. Anke verteilte perfekte Pässe auf die Angreiferinnen, so dass sowohl Eva über Außen als auch Wendy über Diagonal punkten konnten. Eine besonders auffällige Leistung zeigte Anne über Mitte, die nicht nur im Angriff sehr erfolgreich war, sondern auch im Block ein perfektes Timing hatte. Und wo der Block nicht mehr ran kam, war Carmen als Libera stets zu Stelle. Die Zuschauer als auch die volle grün-schwarze Mannschaftsbank konnten ein motiviertes und super eingespieltes Team anfeuern. Weder eigene Auszeiten noch Wechsel waren nötig um die ersten beiden Sätze deutlich mit jeweils 25:14 zu gewinnen. Doch auch im Aufstiegskampf ist das Spiel bekanntlich erst nach drei Gewinnsätzen entschieden.

Unter dem Motto „Never change a winning Team“ schickte Paul die gleiche Sechs zum dritten und hoffentlich letzten Satz gegen den TSV auf das Parkett. Knie-Selina und Daumen-Anne hopsten weiter über Mitte, konnten jedoch auf Grund der leicht veränderten Aufstellung der Gegner nicht mehr so mühelos blocken wie in den vergangenen Sätzen. Schnell gerieten die Tresenwalderinnen in Rückstand. Starke Aufschläge des TSV konnten nicht mehr zu Anke vor gebracht werden. Beim kritischen Stand von 1:6 rief Paul zum Gespräch. Was ist los mit euch? Kein Bock mehr? Noch einmal schnell gerechnet: ein Tie Break würde nicht reichen, wir brauchen drei Punkte, um den Bezirsklasse-Sack schon heute zu machen zu könnten. Und Vier-Satz-Spiele sind, wie man weiß, nicht unsere Stärke. Na gut! Mannschaftsküken Pia (inzwischen volljährig- Happy Birthday!) wurde von Sassi abgelöst. Doch der Schreck über den großen Rückstand saß anscheinend tiefer. Selina wurde am Aufschlag gegen Sibby gewechselt, um den Gegner mehr unter Druck setzen zu können. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und kratzten jeden Ball vom Parkett. Lange Ballwechsel mit sehenswerten Spielzügen machten das Spiel wahnsinnig spannend. Jeder erkämpfte Punkt wurde bejubelt. Gnadenlose Angriffe und gute Feldarbeit brachten die Macherner zurück ins Spiel und sogar wieder in Führung. Die zweite Auszeit des TSV beim Stand von 23:21 nutze Paul noch einmal für motivierende Worte. Jetzt blieb keiner mehr still sitzen! Satzball, ein gefühlt ewiger Ballwechsel aus grandiosen eigenen Angriffen, Blockerfolgen und verdammt guter Libera-Arbeit. Was für eine Zitterpartie. Und dann: ein Pass auf Sassi, ein Angriff von Sassi, der vom gegnerischen Block ins Feld abtropft- ins Gegnerische! AUFSTIEG! AUFSTIEG! AUFSTIEG!

Die Pause zwischen den Spielen wurde nicht nur genutzt, um sich zu erholen und bei den Fans zu bedanken, sondern auch um ein neues Mannschaftsfoto zu schießen. Paul hatte viele lobende Worte für seine Damen übrig. „Schade“ nur, dass sich Paul nun festgelegt hat und nicht mehr uns, sondern „nur“ noch Eva zur Verfügung steht :-) Die beiden zogen mal rasch Ihre Verlobungsringe über die Finger und verkündeten die frohe Botschaft, dass Frau Böckmann sich traut ab nächstem Jahr Frau Weise zu heißen. Wow, was für eine Neuigkeit! Wir werden uns diese Gelegenheit zum Feiern nicht entgehen lassen.

Gegen 15.30 Uhr konzentrierte man sich auf die Vorbereitungen für das zweite Spiel des Tages. Der Tabellenerste und Mitaufsteiger Borna war zu Gast. Von 16 Spielen hatten die Bornaer Damen bisher 15 Siege eingefahren, die einzige Niederlage gegen die dritte Vertretung aus Reudnitz  hinnehmen müssen. Der SV Einheit Borna II war also bislang das Maß aller Dinge dieser Liga. Vielleicht konnten die Macherner das Hochgefühl vom Aufstiegs-und-Verlobungs-Jubel mitnehmen? Auf Grund der immer noch vollen Mannschaftsliste mischte Paul die Startaufstellung munter durch. Gaucho-Katha verteilte in der neu zusammen gewürfelten Tresenwalder Truppe die Bälle. Über die Mitten hüpften nun Franzi und Sibby. Wendy und Eva konnten weiterhin gute Angriffe zeigen, kamen aber häufiger am gegnerischen Block nicht vorbei. Aufstiegspunkt-Sassi präsentierte sich weiterhin in Topform. Und es konnte sich durchaus sehen lassen, wie gegen den starken SV Einheit Borna mitgehalten wurde. Aus kleineren Rückstände kämpfte sich das Tresenwalder Sechstett bis auf einen Punkt ran. Borna behielt am Ende aber die Nase vorn und konnte Satz 1 mit einem dennoch knappen 20:25 für sich entscheiden.

Da geht also was gegen den Tabellenersten!? Paul mischte die Karten noch einmal neu für den zweiten Satz. Jessi löste Knie-Eva ab und die heute groß aufspielende Anne durfte den Gegner noch einmal über die Mitte und vor allem wieder mit einer grandiosen Aufschlagserie ärgern. Die auf Grund Zeitmangels trainingsabstinente Sibby fand sich zunehmend ins Spiel, so dass lange Zeit sogar eine Führung ausgebaut und gehalten werden konnte. Durch starke Aufschläge, taktische Wechsel und fehlerfreie Angriffe drehten die Gäste das Spiel von 15:10 auf 16:22. Der zweite Satz musste schließlich  denkbar knapp mit 23:25 nach Borna abgegeben werden.

Ganz erfolglos wollten die Gastgeberinnen die Partie jedoch nicht hergeben. Eva wurde in Satz 3 wieder aufs Feld geschickt und Selina sollte noch einmal die Rufe Ihrer Couch vergessen. Wieder verschaffte eine Sechs-Punkte-Aufschlagserie, diesmal von Pia einen beruhigenden Puffer. Beim Stand von 9:1 zwang man den Gegner zur ersten Auszeit. Doch hierdurch ließen sich die Tresenwalderinnen nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, die Führung wurde weiter ausgebaut. Selbst die Bornaer Wechsel bei 18:9 bzw. 21:9 änderten nichts mehr, so dass Satz 3 klar mit 25:11 gewonnen wurde.

Paul hatte die Witterung aufgenommen … war es möglich den Tabellenführer in den Tie-Break zu zwingen und somit mindestens ein Pünktchen in Machern zu lassen? Nach dem deutlichen Erfolg im vorhergehenden Satz, sollte das doch zu schaffen sein. In unveränderter Besetzung starteten die Gastgeberinnen in den vierten Satz. Rasch wurde eine Führung heraus gearbeitet. Kein Punkt wurde verschenkt, um jeden Ball wurde gekämpft. Den 6-Punkte-Rückstand holte Borna mit schnellen Angriffen auf. Unsicherheiten in der Tresenwalder Annahme ließen die Gäste auf 21:19 heran kommen. Zu diesem Spielstand wechselte Sassi für Pia, was bewirkte, dass das Selbstvertrauen in alle Tresenwalderinnen zurückkehrte. Die letzte Auszeit platzierte Paul beim knappen Stand von 23:22. Ein echter Krimi bahnte sich an und fand in langen unermüdlichen Ballwechseln seinen Ausdruck. Mehrere Satzbälle wurden sich gegenseitig abgenommen. Haarscharf retteten sich die Gäste mit 26:28 in den Feierabend und nahmen somit doch 3 Punkte mit.

Dennoch ein tolles Spiel, auf das die Gastgeberinnen sehr stolz sein können. Man hatte sich gegen den Tabellenführer sehenswert geschlagen. Vielen Dank an alle mitjubelnden Fans! Wir freuen uns auf das letzte Spiel der Saison am 22.04. beim Krostitzer SV.

 

(sp)