Jan 19

Wie schreibt man einen Jahresabschlussartikel, wenn man über drei Mannschaften berichten soll, die zusammen gerade mal 4 Siege eingefahren haben? Richtig! Man berichtet zuerst über die alljährliche Weihnachtsfeier, um die Stimmung zu heben. Am bewährten Konzept der Veranstaltung änderte Cheforganisator Tony Porsch zum Glück nichts. Diesmal standen 23 Aktive auf dem Parkett und lieferten sich einen spannenden Kampf um die Weihnachtskrone. Erstaunlich war das deswegen, weil der Termin, durch den engen Zeitplan der Punktspielmannschaften, etwas ungünstig auf den 23.12. fiel. Das Prinzip des Weihnachtsturniers ist bekannt. Das schwierige Zusammenwürfeln der Mannschaften glückte und so durfte sich jedes Team auf 12 ausgeglichene Sätze freuen. Nach dem Volleyballern machten sich alle Beteiligten über Würstchen, diverse Salate und Knabbergebäck her. Klar - Glühwein und Eierpunsch gab's natürlich auch. Ein Lob an alle freiwilligen Helfer und Spieler für ein spannendes und hochklassiges Turnier und eine ausgelassene Feier, die viel zu zeitig endete.

Aber Tresenwald wäre nicht Tresenwald, wenn über die schwierigen Fragen geschwiegen werden würde. Selbstkritik war schon immer eine Macherner Tugend.

Kommt jetzt das große Donnerwetter? ... Nein! Der Schreiber wendet nun Trick Nummer zwei an: Zum Jahresrückblick gehört natürlich auch das Ende der letzten Saison 2010/11. Ein unerwarteter Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Bezirksliga, der Klassenerhalt der Damen in ihrer 1. Saison in der 2. Bezirksklasse und 5 Siege für die neuformierte Stadtklassemannschaft. Toll!

Jetzt ist aber auch das Pulver des Schreibers verschossen, der Kuschelkurs ist vorbei. Der harten Realität muss ins Auge geblickt werden.

Die 1. Herren kämpfen in dieser Saison weniger mit den schwachen Ergebnissen, als mit der eigenen Unzufriedenheit über Personalstärke, Trainingsbeteiligung und Nachwuchs. Ein Abgang, eine Schulter, ein Fuß und zu Allem Überfluß auch noch eine gnubbelige Bauchdecke kennzeichnen den Fitnesszustand der Tresenwalder Mannen. Bei einem Minimalstkader von momentan 6 Spielern (die angesprochenen Verletzten sind dabei natürlich schon mit eingerechnet) müssen Durchhalteparolen her um die Zeit zu überbrücken, bis 3 ausgewachsene Volleyballer an die Tür klopfen. Dass das nicht passieren wird ist jedem klar. Ideen für konzeptionelle Änderungen sind vorhanden, sie umzusetzen wird schwieriger und wichtiger als in dieser Saison noch Bäume auszureißen. Trotzdem muss jeder für sich versuchen, aus dieser Situation das Beste zu machen und sich weiter verbessern. Die Gegner sind meist besser, größer und auch irgendwie volleyballerischer (gibt's das?) als die Herren-Band aber das ist ja keine Neuigkeit und wird wohl auch immer so bleiben. Mit Erfahrung, Disziplin und endlich auch mal wieder Begeisterung und Euphorie wollen die Männer in der Rückrunde gute Leistungen erzielen und die Gegner zumindest wieder etwas ärgern.

Bei den Damen kann man sicher etwas rosiger in die Zukunft schauen. Mit etwas Glück kann man bei kommenden Spielen auf den kompletten Kader zurückgreifen, dann ist sicherlich noch Vieles möglich. Die Fähigkeiten, sind auf jeden Fall vorhanden und müssen nur mal gebündelt genutzt werden. Gerade die beruflichen Zwänge einiger Spielerinnen wurden der Mannschaft an einigen Spieltagen zum Verhängnis. Der Trainer verfällt bei jeder eingehenden SMS vor Spiel- oder Trainingstagen in einen epiliptischen Schockzustand, der durch unkontrolliertes Muskelzucken, entgleiste Gesichtszüge und vor sich hin genuschelte Schimpftiraden gekennzeichnet ist. Noch ein wenig mehr Kommunikation wird hier von den Damen verlangt; die steigende Nutzung des internen Forums ist dabei schon ein guter Schritt. Aus rein sportlicher Sicht muss vor Allem daran gearbeitet werden, die hohe Fehlerquote zu senken und im Angriff abgezockter zu agieren. Schon am 21.01. kann man das im Nachholspiel gegen Wurzen unter Beweis stellen.

Einige personelle Abgänge musste die Stadtligamannschaft verkraften, das schlägt sich natürlich direkt auf die erzielten Ergebnisse nieder. Die verbliebenen kämpfen tapfer und werden sicherlich in Zukunft das ein oder andere neue Gesicht im Team begrüßen dürfen. Aber auch in der aktuellen Bestzung kann man natürlich noch einige Gegner wegputzen. Hierzu sind regelmäßige Teilnahme am Dienstagstraining und vor Allem auch pünktliches Erscheinen zu eben diesem aber eine Grundvoraussetzung. Wer sich nicht warm macht und direkt vom Lenkrad seines Autos in die Sporthalle gebeamt wird, kann die Handbremse nicht lösen und tukkert im ersten Gang über das Volleyballfeld. Aber auch hier seien die beruflichen Zwänge des ein oder anderen natürlich ausgenommen.

Das Wichtigste ist den Spaß am Sport nicht zu verlieren und die schwere Zeit zu überstehen.

Okt 15

Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her, dass die Tresenwalder in Pegau mal verloren haben. Einige der dienstjüngeren Spieler können wahrscheinlich ausschließlich positive Erlebnisse über die Sporthalle Filze berichten. Auch der derzeitige Tabellenstand (Pegau verweilt sieglos auf dem letzten Platz) sollte doch Zuversicht und Selbstvertrauen geben. Dass dem nicht so ist, wird klar, wenn man weiß, dass die Tresenwalder in letzter Vergangenheit gerade hier gern vergessen wie man Volleyball spielt. Der hart erkämpfte 3:2 Erfolg aus der letzten Saison ging sicherlich als das vielzitierte "Not gegen Elend" in die Bezirksligahistorie ein. Dass es noch schlimmer kommen könnte, damit rechnete allerdings niemand.

Es lief einfach nichts zusammen. Schwache Annahme, verschenkte Dankebälle, unpräzise Zuspiele und drucklose Angriffe. Der kleine Rückstand beim Stande von 6:8 konnte somit noch als "mithalten" interpretiert werden. Das ganze Ausmaß der Katastrophe wurde in den nächsten beiden Aufstellungen sichtbar. Über 17:7 und 23:12 wurde der 1. Satz mit kläglichen 13 eigenen Punkten abgegeben.

Betriebsunfall? Mitnichten. Man erkannte schon an der Körpersprache, dass heute einfach nichts so läuft, wie es sein sollte. Besonders Zuspieler André Hofmann ging in Satz 2 mit dem Spielgerät mehr und mehr auf Konfrontationskurs. Der Ball hatte seinen eigenen Kopf und stemmte sich gegen ein sauberes Zuspiel. Was macht man in so einem Fall? Den Ball irgendwie zum Gegner keulen und hoffen, dass der Schiedsrichter über technische Schwächen beim oberen Zuspiel hinwegsehen kann. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch geprägt von Fehlern und Zufällen, den die Tresenwalder am Ende mit 25:21 gewinnen konnten.

Doch dass der Knoten nicht platzen wollte, war offensichtlich. Wie ein Spiegelbild des 1. Durchgangs ging Satz 3 nach 10:10 mit 25:17 verloren. Dabei hielten sich die technischen Fehler nun weitgehend zurück, doch diesmal stellten sich die Hausherren etwas schlauer und vor Allem zielstrebiger an.

Für den 4. Satz wurde nun ein altbewährter Trick aus der Tresenwalder Zauberbox geholt, der schon einmal zum Erfolg führte. Ein paar Positionsänderungen und plötzlich lief's. Nicht, dass der Leser einen falschen Eindruck erlangt: Das Spiel war immer noch Mist, aber der Tresenwalder Sechser kämpfte, schäumte vor Wut und konnte diese Wut auch endlich im gegnerischen Feld erden. Auch die Zuspiele fanden nun immer häufiger ihre angedachten Abnehmer. Mit 25:17 wurde der Tie-Break erreicht.

Tja, was soll es da noch zu berichten geben. Wechsel bei 8:6 und der erlösende Schlusspfiff bei 15:10. Die 2 Punkte, die man hier mitnimmt sind auch schon das einzig Positive an diesem Volleyballabend. Auch dem nächsten Auftritt hier in Pegau werden die Tresenwalder sicher sorgenvoll entgegenblicken, aber gewinnen werden sie wahrscheinlich trotzdem wieder.

Okt 03
Posted by Super User
Der 2. Spieltag führte die Tresenwalder Volleyballer bei malerischem Herbstwetter nach Hohenprießnitz. Die bisherige Erfahrung mit dem Gegner ist im Macherner Volleyballarchiv unter der Rubrik „Auf die Fresse bekommen“ abgeheftet und stammt aus der Bezirkspokalerstrunde 2010/11. Die nur 47 mitgenommen Punkte aus dem Spiel gegen das Hornets-Squad, dass damals gefühlt mehr Spielerpersonal als die Bevölkerung der Volksrepublik China umfasste, haben tiefe Narben hinterlassen. Doch ebenso wie die Tresenwalder, haben auch die Hornets in den letzten zwei Jahren einen personellen Aderlass hinter sich.
Der erste Satz begann ausgeglichen. Auch die ungewohnt niedrige Hallenhöhe schien die Macherner nicht weiter zu beeindrucken. Das Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Satz kippte allerdings nach 3 Punkten in Folge bei 15:15 zugunsten der Heimsechs. Obwohl die Tresenwalder noch einmal auf 21:22 heran kamen, ging der Satz mit 21:25 an die Hornissen.
Und auch Satz 2 ließ nichts Gutes erwarten. Beim Stand von 14:17 zog Vieweg die Reißleine und Danzos kam für Voigt. Und plötzlich lief das Tresenwalder Spiel wieder. Bei 19:19 war der Rückstand aufgearbeitet und Machern zog vorbei. Beim 24:23 noch eine Auszeit und plötzlich war der erste Satz in des Gegners Halle perfekt. Durchatmen!
Der Schwung aus Satz 2 sollte nun Stabilität für den dritten Durchgang geben. Bei 11:17 kam Voigt wieder für Danzos. Und wie! Ohne eine Ballberührung seinerseits, stand es dank platzierter Aufgaben und guter Blockarbeit plötzlich 17:17. Die Tresenwalder hofften auf den Satzgewinn doch das Schicksal lachte dazu. Beim Stand von 23:23 führten eine zu weite Annahme eine „Dankeballs“ und ein nicht vollendeter Angriff ohne Block zum 23:25 Satzverlust.
Nun musste es über 5 Sätze gehen, falls die Tresenwalder hier 2 Punkte entführen wollten. Satz 4 war ein Spiegelbild des ersten Satzes. Allerdings konnten die Gäste diesmal beim Stand von 15:15 selbst das Zepter in die Hand nehmen. Mit 25:20 sicherte man sich den verdienten Tie-Break.
Satz 5: Crunch-Time! Tresenwald jetzt mit leichten Vorteilen. Der Seitenwechsel bei 8:5 zwang Hohenprießnitz zur ersten Auszeit. Auf Tresenwalder Seite gab es nicht viel zu sagen. Das Spiel lief. Da Porsch die gegnerische Angst gewittert hatte, wurde einfach die Auszeit durch geklatscht und Stimmung gemacht. Mit Erfolg. Beim Stand von 11:7 bekamen die Macherner noch einmal die Möglichkeit eine Auszeit durchzufeiern. Die Heimmannschaft war nun völlig verunsichert und die Tresenwalder zogen mit Siebenmeilenstiefeln zum umjubelten Satz- und Spielgewinn.

Fazit: Ein hart erkämpfter und ganz wichtiger Sieg auf dem Weg in hinter die Aufstiegsplätze in einem unglaublich engen Spiel. Die Kombination aus solider Annahme und schneller erster Welle über die Mitte bekam der Gegner nie in den Griff. Alle Tresenwalder konnten ihre Leistung abrufen und sich den Bedingungen der kleinen  Gästehalle anpassen. Zudem konnte die Bank erneut positive Impulse ins Spiel einbringen. Nun muss gegen Pegau nachgelegt werden.

(svi)

Bildquelle: http://www.sv-hornets.de/