Zick-Zack-Dreierpack(ung)

Posted by Eric Ströller
on 23 November 2018

Nach erstaunlichen 67 Minuten rotierten letzten Samstag die Turbinenschaufeln im Siegeskreisel während sich die deren Gegner artig beim einzigen Fan Jessy bedankten. Mit einem klaren drei zu Null hatten die Hausherren von Turbine Leipzig den SV Tresenwald Machern abgefrühstückt – pardon- abgeabendbrotet, wenn man mal auf die Uhr schaut.

Fürs Protokoll standen zehn Spieler, damit volle Kapelle, zu Buche. Für den Aufstellungszettel mussten da doch eher einige Abstriche in Kauf genommen werden. Mit T. Porsch, J. Seifert, S. Vieweg, M. Voerkel, R. Lopez und A. Hofmann stand eine Kapelle auf der Platte, die so nicht mal im Training zusammen getutet hatte. Bedenkt man jedoch, dass der große Teil von dem Orchester bereits seit Äonen nebeneinander spielt, sollte da kein großes Drama passieren. War es am Ende auch nicht, eher ein Desaster. Um mal kurz einen Überblick zu verschaffen reichen kurze Satzstände: 0:1; 3:3; 5:12; 5:15, 8:19; 9:25. Der an diesem Tag ausschließlich in der leitenden Trainerposition zur Verfügung stehende K. Ceschia zeigte sich nach dieser Leistung wie eine in feucht-kalter Luft an einem abendlichen Lagerfeuer im Kinderferienlager am See gespielte Gitarre – verstimmt. Die selbe Aufstellung sollte im zweiten Satz zumindest rein aufstellungstechnisch Konstanz in die Eierei bringen. Das gelang ziemlich gut und endlich konnte der Tresenwald mal ordentlich am Baum rütteln und ein paar dicke Nüsse ins Turbinefeld klatschen lassen. Eben diese schienen jedoch in den entscheidenden Situationen des Satzes dann zu fehlen. Aus erstaunlich guter Annahme, ja ich bin schon seit einer ziemlichen Weile bei dem Verein junger aufstrebender Tresenwaldbälleschmeißer dabei und darf das also genauso einschätzen sowie auch laut sagen, kamen leider keine sofortig punktebringenden Angriffsaktionen zustande. Die Leipziger Gegner standen einfach erfahren und grinsend den gelegten Bällen gegenüber, bauten auf und ohne viel Getue krachte die Pille in unser Feld. 17:19 zur Crunch-Time ließ den Blutdruck steigen, und damit wohl auch irgendwie die Fehlerrate. Kann da mal ein US-Mediziner bitte ne wissenschaftliche Studie machen? Wäre mal sinnvoll: DANKE! Jedenfalls hatten die Messestädter dann beim 20:24 Satzball und schnappten sich diesen schließlich beim 21:25. Trainer K. Ceschia war nach diesem Satzende wie ein Backofen der zum Bräunen von billigen Aufbackartikeln in einen Vorwärmzustand versetzt wird – auf 180! Was da geht, sind nur noch tiefgreifende Änderungen der Aufstellung und so kam J. Seifert von Diagonal auf Außen und P. König von Bank auf Diagonal.  Knie-Paul hat sich zumindest kurz am Gelenk gerieben und eine immerhin mögliche Einsatzbereitschaft für zwei bis drei Punkte signalisiert. Ganz Egon Olsen mäßig ging der Plan auch auf. Bis zum 5:4 und dann kam der Benny und Kjeld Faktor zum Tragen und die Dinge liefen auseinander. Es waren viele kleine Eigenfehler und recht platzierte Aufschläge der Gastgeber die zu einem komfortablen 13:18 Vorsprung anwuchsen. Auch mutige Abwehraktionen im Tresenwalder Feld und ein weiterhin hohes Spielniveau reichten nur zum Halten des Rückstandes, nicht dessen Reduktion. Hier muss man wirklich auch mal schauen, dass da Turbine Leipzig auf der anderen Seite steht -Hallo, ich mein, TURBINE LEIPZIG. Mit 700 Jahren Volleyballerfahrung allein bei Sven Heimpold…und da standen noch andere Kaliber aufm Feld. Kurzum, der Satz geht mit ebenfalls 21:25 an die Heimelf und der Tresenwald macht es wie die gute alte A14 im nachmittäglichen Berufsverkehr ab 15 Uhr kurz vor der Anschlussstelle Leipzig Ost- unter die Räder kommen.

Fazit: Wer viele kleine Fehler macht und nicht den Ball verdrischt, dem nützt am Ende schließlich auch die beste Leistung nischt. Dann mal noch fleißig geübt für den Doppelspieltag 30.11. / 02.12. Hammer fett. Bombe krass.

Tresenwald: (C) Karsten Ceschia,  André Hofmann, Jörg Seifert, Rodrigo „Venga“ Lopez, Toni Porsch, Stefan Vieweg, Markus Voerkel, Eric Ströller, Paul König, Paul Weise

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